
Spannende Geschichte mit Witz - Am Anfang habe ich mich gewundert, dass zwei komplett verschiedene Fälle geschildert werden und das so genau, dass ich mich nach 60 Seiten fragte, ob das alles so nötig ist. Aber dann hängt alles ganz logisch zusammen, und der Krimi wird immer schneller. Toll fand ich, wie die Autoren die Kunst zum Thema gemacht haben. Ohne jede Besserwisserei oder einen wissenschaftlichen Ton. Wenn die Profilerin und der Restaurator durch eine Ausstellung laufen und darüber streiten, ob die Künstler kluge Frauen eher dünn und dumme eher dick gemalt haben, ist das schon sehr komisch. Überhaupt gibt es eine Menge witziger Szenen (wie der Restaurator und eine Kommissarin in eine Grenzkontrolle geraten - echt zum Lachen). Vor allem frage ich mich aber, ob die Schriftsteller keinen Ärger mit den Künstlern kriegen, von denen sie Kunstwerke benutzt haben, um diese Geräte zu bauen, mit denen der Serienmörder seine Opfer tötet. Das sind wirklich erschreckende Todesarten. Ich habe mal zwei Jahre in einem Museum als Aufsicht gearbeitet. Da sieht man schnell, wie empfindlich und richtig humorlos die Künstler und die Museumsleute sein können, wenn es um die hohe Kunst geht. Ich fands jedenfalls sehr einfallsreich und ungewöhnlich. Ein ganz anderer Blick auf die Kunst heute und bis zum Schluss eine richtig spannende Geschichte.
Zum Ende hin wird s immer heftiger - Ein Deutscher und ein Holländer schreiben zusammen einen Krimi über einen Serienmörder, der in Museen an der deutsch-niederländischen Grenze tötet. So ein Autorenduo aus zwei Ländern fand ich so ungewöhnlich, dass ich den Krimi gekauft hab, obwohl es da um das Thema Kunst geht, womit ich eigentlich nicht so richtig was anfangen kann. Jetzt, nach dem Lesen, überlege ich mir allerdings, doch mal das ein oder andere Museum anzuschauen, in dem der Mörder sich austobt.Die Autoren haben es nämlich richtig gut hinbekommen, eine spannende Story zu schreiben, in der die Kunst manchmal ziemlich respektlos dargestellt wird, aber immer so, dass man neugierig auf sie wird. Der Mörder läßt sich von diesen Kunstwerken inspirieren und entwickelt immer heftigere Mordmaschinen und Mordszenen. Was sich die beiden Autoren für den letzten Mord ausgedacht haben, hätte ich bisher höchstens amerikanischen Thrillerschreibern zugetraut.Was mir auch gut gefallen hat, sind die beiden Hauptfiguren, eine holländische Profilerin und ein deutscher Kunstrestaurator. Wie die Autoren hier mit den Vorurteilen spielen, die wir über die Käsköppe und die über uns Moffen haben, das ist schon ziemlich witzig. Ist natürlich schnell klar, dass zwischen den beiden Ermittlern dann auch was läuft.Toll fand ich auch, dass es ein Regionalkrimi ist, der an einer Menge Orte spielt, einmal sogar in Buenos Aires, und also nicht nur im eigenen Saft kocht. Das einzige, was man bemängeln könnte, ist, dass es am Ende mit der Auflösung des Falls etwas schnell geht. Andererseits wird die Geschichte immer heftiger, so dass man wirklich auch endlich wissen will, wer der Killer ist. Insgesamt ist es einer der besten Krimis, die ich dieses Jahr gelesen habe.