Kunsthandel : Fit für den Kunstmarkt

Fit für den Kunstmarkt

EUR 12,80


Augen auf beim Bilderkauf, lautet die Devise für den kunstinteressierten, aber eher wenig informierten Laien. Zu viel Kunst überschwemmt derzeit den Markt, und selbst jener, der sich überwunden hat, an Galerietüren schüchtern anzuklingeln, steht in den intimen Altbau-Kabinetten der oftmals wortgewandten Kunsthändler beizeiten ratlos vor den Passepartouts. Wie werde ich denn nun zum Kunstsammler aus Leidenschaft? Bin ich eher der Typ für die mit Fett beschmierte Badewanne des anthroposophisch angehauchten Beuys-Schülers aus Düsseldorf oder für die Oberammergauer Porno-Holzschnitz-Plastik von Jeff Koons? Was lohnt sich zu erwerben, um es a) glücklich zu besitzen oder b) später mit Gewinn wieder abzustoßen? Gar mancher Besucher der Art Cologne oder der Art Basel braucht da Hilfe. Die wird gar manchem mit Fit für den Kunstmarkt der Hamburger Kunstjournalistin Claudia Herstatt nun gewährt. In 200 Einträgen gibt die langjährige Korrespondentin der Zeitschrift Art und ehemalige Documenta-Sprecherin Auskunft über die Vorbereitungsrituale beim Kunstkauf (mindestens ein Jahr lang lediglich über Trends und Strömungen informieren), spektakuläre artifizielle Großereignisse, Sammlerrefugien, Ersteigerungstechniken bei Auktionen, Kunst als Wertanlage sowie die unterschiedlichen Objekte des Kunsterwerbs (Was ist besser: Malerei, Grafik, Fotografie? Oder kann man das so gar nicht sagen?). Jedem Kapitel ist ein überaus informatives Langzitat eines kompetenten, in Fachkreisen zumeist bekannten Sachverständigen vorangestellt: Literatur- und Geheimtipps (ab in die Provinz!) sowie zahlreiche Link-Adressen zu Institutionen ergänzen den Band auf das Trefflichste. Manches, was man in einem Ratgeber vermutet, wird man ob seines unberechenbaren Gegenstands in Fit für den Kunstmarkt nicht finden. Das ist einerseits verständlich, will Herstatt doch vor allem für die Basics des Sammelns sensibilisieren. Andererseits aber hätte ein Register der Fachbegriffe am Ende des Bandes dem Buch sicher gut getan. Und auch die Erläuterung des einen oder anderen nur beiläufig eingestreuten Terminus (Was ist denn nun ein Vintage Print?) wäre dem interessierten Einsteiger sicher dienlich gewesen. Alles in allem aber ist Fit für den Kunstmarkt eine gelungene Einführung geworden, mit der sich auf dem überaus glatten Parkett von Galerien, Auktionshäusern und Kunstmessen etwas sicherer flanieren lässt. --Thomas Köster

Praktischer Führer durch den Dschungel des Kunstmarktes - mit kleinen Schwächen! - Sich mit Kunst zu umgeben, wird für immer mehr Menschen ein Teil ihres modernen Lebensstils. Es ist für Anfänger nicht einfach, den internationalen Kunstmarkt, der eben nicht nur aus den englischen Auktionshäusern Sotheby s und Christie s besteht, zu durchschauen. Die Hamburger Kunstjournalistin Claudia Herstatt hat mit der Überarbeitung ihres Handbuches Fit für den Kunstmarkt einen aktuellen Überblick über den Kunstmarkt und allen daran Beteiligten zusammengestellt. In gut recherchierten Kapiteln erläutert sie kurzweilig die neuesten Trends und alteingesessenen Institutionen. Ein Buch, das dem Leser Tür und Tor in die spannende Welt des Kunsthandels öffnen möchte.Leider haben sich in das Kapitel über Kunstauktionen einige Fehler eingeschlichen: Wenn man auf einer Auktion etwas ersteigert, kommt zu dem Zuschlag noch das Aufgeld (bis zu 20 %) dazu. Das so genannte Aufgeld enthält NICHT die Mehrwertsteuer. Diese wird auf den Zuschlag und das Aufgeld gemeinsam erhoben, was die zu bezahlende Summe noch einmal erheblich erhört. Auch stimmt es nicht, dass Auktionshäuser Schätzungen kostenlos machen, es sei denn, man möchte etwas zur Versteigerung anbieten.In Anhang des Buches befindet sich eine kleine Literaturauswahl zu Büchern über zeitgenössische Kunst, Arbeiten auf Papier, Design, Fotografie und Medien. Leider fehlt der Auswahl an literarischen Werken das Theaterstück Kunst von Yasmina Reza, und die Behauptung Utz von Bruce Chatwin sei nur noch antiquarisch zu erwerben, ist schlichtweg falsch. Sehr nützlich sind die daran anschließende Auswahlliste von internationalen Galerien, jeweils mit Internetadresse, und ein Ortsregister. Für absolute Anfänger, an die sich die Autorin ausdrücklich richtet, wäre ein Glossar der Fachbegriffe eine nützliche Ergänzung. Wegen dieser Mängel 1 Stern Abzug.




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